Technischer Guide

USB-C vs. Lightning: Der Unterschied 2026

Welches iPhone hat welchen Anschluss, welches Kabel du brauchst und worauf es beim Laden und Übertragen wirklich ankommt.

12 Min. Lesezeit
2.506 Wörter
Aktualisiert: 14.08.2026
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USB-C vs. Lightning – hier erfährst du modellgenau, welcher Anschluss in deinem iPhone steckt, welches Kabel und Netzteil du brauchst und warum nur die Pro-Modelle wirklich schnell Daten übertragen.
Das Wichtigste in Kürze:
  • Lightning steckt in jedem iPhone bis einschließlich iPhone 14 und iPhone SE (2022). USB-C gibt es erst ab dem iPhone 15 (2023) und im iPhone 16.
  • Zum Schnellladen brauchst du bei jedem iPhone seit dem iPhone 8 ein USB-C-Netzteil mit mindestens 20 Watt – damit sind rund 50 % Akku in etwa 30 Minuten drin.
  • Beim Datentransfer trennt sich die Spreu vom Weizen: nur iPhone 15 Pro / 16 Pro übertragen mit USB 3 (bis 10 Gbit/s), alle anderen bleiben bei USB-2-Tempo (480 Mbit/s).
  • Bei Lightning zählt die MFi-Zertifizierung – billige Nachbauten können den Ladevorgang blockieren oder das Gerät schädigen. Passende Kabel findest du in unserer Kategorie Ladekabel & Adapter.
  • Kaufst du ein refurbished iPhone, entscheidet allein das Modell über den Anschluss – nicht der Zustand des Geräts.

Kurzüberblick: USB-C oder Lightning?

Die kurze Antwort vorweg: Ob dein iPhone Lightning oder USB-C nutzt, hängt einzig vom Modell ab. Alles bis zum iPhone 14 lädt und überträgt über den schmalen Lightning-Stecker, den Apple 2012 eingeführt hat. Ab dem iPhone 15 kommt der universelle USB-C-Anschluss zum Einsatz – derselbe, den du schon von MacBook, iPad Pro, Nintendo Switch und praktisch jedem Android-Handy kennst.

Der Wechsel ist mehr als Kosmetik. USB-C bedeutet: ein Kabel für fast alle Geräte, potenziell schnellere Datenübertragung und die Freiheit, nicht mehr auf teure Apple-Sonderstecker angewiesen zu sein. Für dich als Käufer heißt das aber auch, beim Umstieg auf das richtige Kabel und Netzteil zu achten – sonst lädt dein neues iPhone langsamer, als es könnte. Dieser Guide klärt Modell für Modell, welchen Anschluss du hast, welches Kabel du brauchst und worauf es beim Laden und Übertragen wirklich ankommt.

USB-C und Lightning — der Unterschied kurz erklärt

Lightning bedeutet: ein schmaler, verpolungssicherer 8-Pin-Stecker, den Apple 2012 mit dem iPhone 5 als proprietären Standard eingeführt hat. Er war seiner Zeit voraus – man konnte ihn erstmals beidseitig einstecken – blieb aber ein geschlossenes Apple-System. Lightning liegt bei allen iPhones bis zum iPhone 14 sowie bei älteren iPads und AirPods.

USB-C vs. Lightning im direkten Vergleich
USB-C gegen Lightning – Datenrate, Laden, Verbreitung und Zukunftssicherheit.

USB-C bedeutet: ein herstellerübergreifender, ebenfalls verpolungssicherer Anschluss, der von einem Industriekonsortium (dem USB Implementers Forum) definiert wird. USB-C ist seit Jahren Standard bei MacBooks, iPad Pro und Air, Android-Smartphones, Laptops, Kopfhörern und Powerbanks. Seit dem iPhone 15 gehört auch das iPhone dazu.

Der zentrale Unterschied ist also nicht die Steckerform allein, sondern die Philosophie dahinter: Lightning ist ein exklusiver Apple-Standard, USB-C ein offener Universalanschluss. Physisch passt ein USB-C-Stecker nie in eine Lightning-Buchse und umgekehrt – die beiden sind zueinander nicht kompatibel. Deshalb entscheidet immer das konkrete iPhone-Modell darüber, welches Kabel du brauchst.

Über die reine Steckerform hinaus kann USB-C mehr als Lightning: Neben Laden und Datentransfer beherrscht der Anschluss auch native Videoausgabe über DisplayPort. Ein iPhone 15 oder 16 lässt sich damit per USB-C-auf-HDMI-Adapter oder direkt an einen kompatiblen USB-C-Monitor hängen – ohne teuren Sonderadapter, wie ihn Lightning verlangte. Dieselbe Buchse verbindet je nach Kabel und Gegenstelle also Ladegerät, Computer, Bildschirm, Kopfhörer und Powerbank. Genau diese Vielseitigkeit macht den Universalanschluss im Alltag so bequem.

Experten-Tipp: Verwechsle USB-C nicht mit Micro-USB. Micro-USB war der alte, asymmetrische Android-Stecker mit der schrägen Kante. USB-C ist oval, symmetrisch und passt in beide Richtungen. Wer ein Kabel im Dunkeln blind einsteckt, merkt den Komfortgewinn sofort.

Welches iPhone hat welchen Anschluss?

Die folgende Tabelle zeigt auf einen Blick, welcher Anschluss in welchem iPhone steckt. Die Grenze verläuft sauber zwischen iPhone 14 und iPhone 15 – es gibt kein Modell, das beides kann.

Welches iPhone hat Lightning, welches USB-C – Zeitleiste
Der Anschluss-Wechsel kam 2023 mit dem iPhone 15.
iPhone-Modell Anschluss Baujahr
iPhone 5 bis iPhone 14 / 14 Plus / 14 Pro (Max)Lightning2012–2022
iPhone SE (1., 2. und 3. Generation)Lightning2016–2022
iPhone 15 / 15 Plus / 15 Pro / 15 Pro MaxUSB-C2023
iPhone 16 / 16 Plus / 16 Pro / 16 Pro MaxUSB-C2024

Bei den übrigen Apple-Geräten sieht es ähnlich aus, ist aber weniger einheitlich: Aktuelle iPads (iPad Pro, Air, Mini und das Basis-iPad der 10. Generation) nutzen längst USB-C, ältere iPad-Modelle noch Lightning. Bei den AirPods brachte Apple 2023 das USB-C-Ladecase für die AirPods Pro 2, ältere Cases laden weiter über Lightning. Merke dir die Faustregel: Alles, was Apple ab Herbst 2023 neu vorgestellt hat, setzt konsequent auf USB-C.

Wichtig zu wissen: Der Anschluss hängt am Modell, nicht am Kaufjahr oder am Zustand. Ein 2024 als Neuware verkauftes iPhone 14 hat weiterhin Lightning, obwohl es zur gleichen Zeit wie das USB-C-iPhone 15 im Handel stand. Und ein generalüberholtes iPhone 15 aus zweiter Hand bringt selbstverständlich USB-C mit – Refurbishing verändert die Hardware nicht, sondern setzt das Gerät technisch und optisch instand. Wer gezielt USB-C will, orientiert sich also strikt an der Modellnummer, die bei Apple-Geräten in den Einstellungen unter »Allgemein > Info« oder klein auf der Rückseite steht.

Für den Gebrauchtkauf heißt das: Ein refurbished iPhone 13 oder 14 ist technisch top, bringt aber einen Lightning-Anschluss mit. Wenn dir USB-C wichtig ist, führt der Weg zum iPhone 15 oder neuer. Details dazu findest du in unserem Ratgeber zum refurbished iPhone-Kauf.

Laden: Geschwindigkeit & Watt

Beim Laden ist die gute Nachricht: Egal ob Lightning oder USB-C, jedes iPhone seit dem iPhone 8 unterstützt Schnellladen. Entscheidend ist nicht der Stecker im iPhone, sondern das Netzteil. Du brauchst ein Netzteil mit USB-C-Buchse und mindestens 20 Watt sowie Power-Delivery-Unterstützung (USB-C PD). Damit lädst du laut Apple in rund 30 Minuten von 0 auf etwa 50 %.

iPhone Kabel Empfohlenes Netzteil 50 % in ca.
iPhone 8 bis 11USB-C auf Lightning18–20 W USB-C PD30 Min.
iPhone 12, 13, 14USB-C auf Lightning20 W USB-C PD30 Min.
iPhone 15 / 15 PlusUSB-C auf USB-C20 W+ USB-C PD30 Min.
iPhone 15 Pro / 16 ProUSB-C auf USB-C20 W+ USB-C PD30 Min.

Zwei Dinge werden hier oft verwechselt. Erstens: Ein billiges USB-A-Netzteil (der alte flache Rechteckstecker) mit 5 Watt lädt jedes iPhone, aber quälend langsam – gute 90 Minuten für dieselben 50 %. Zweitens: Mehr als etwa 20–27 Watt bringen dir beim iPhone kaum Vorteile. Apple deckelt die Ladeleistung bewusst, um den Akku zu schonen. Ein 65-Watt-Laptop-Netzteil lädt dein iPhone also nicht spürbar schneller als ein gutes 20-Watt-Modell – es schadet aber auch nicht.

Kabelloses Laden ist die dritte Option, hat mit der Stecker-Frage aber nichts zu tun: MagSafe (bei iPhone 12 und neuer) erreicht bis zu 15 Watt, klassisches Qi rund 7,5 Watt. Beides ist bequem, aber langsamer und weniger effizient als das Laden per Kabel – für die schnelle Vollladung zwischendurch bleibt das USB-C-Netzteil erste Wahl. Und ganz gleich, welchen Weg du wählst: Halte das iPhone beim Schnellladen kühl, denn Hitze ist der größte Feind der Akkuchemie. Direkte Sonne, ein Kissen als Unterlage oder eine dicke Hülle können die Zellen unnötig strapazieren.

Experten-Tipp: Der wichtigste Hebel für die Akkugesundheit ist nicht die Wattzahl, sondern das Ladeverhalten. Wie stark Ladezyklen einen Akku altern lassen und wann sich ein Tausch lohnt, erklärt unser Ratgeber iPhone-Akku wechseln – wann lohnt es sich.

Datenübertragung: der unterschätzte Unterschied

Hier liegt der eigentlich spannende Unterschied – und er hat wenig mit dem Stecker selbst zu tun, sondern mit dem Chip dahinter. Denn nicht jeder USB-C-Anschluss ist gleich schnell.

Datenübertragung USB-C vs. Lightning – nur iPhone 15 Pro ist schnell
Achtung: nur das iPhone 15 Pro überträgt Daten mit bis zu 10 Gbit/s.

Lightning war immer auf USB 2.0 begrenzt: maximal 480 Mbit/s. Überraschung: Genau dabei bleiben auch das iPhone 15 und iPhone 15 Plus – trotz USB-C-Buchse. Wer ein Standard-iPhone 15 kauft, überträgt Daten also exakt so schnell (oder langsam) wie mit einem alten Lightning-iPhone. Für gelegentliche Fotoübertragungen reicht das locker.

Der echte Sprung kommt bei den Pro-Modellen: iPhone 15 Pro, 15 Pro Max, 16 Pro und 16 Pro Max beherrschen USB 3 (USB 3.2 Gen 2) mit bis zu 10 Gbit/s – rund 20-mal schneller. Ein mehrere Gigabyte großes 4K-ProRes-Video wandert damit in Sekunden statt Minuten auf den Mac. Für Videofilmer und Fotografen, die per Kabel im Feld sichern, ist das ein handfestes Kaufargument.

Achtung: Das volle USB-3-Tempo bekommst du nur mit einem passenden USB-3-Kabel. Das Kabel, das Apple den Pro-Modellen beilegt, ist ein reines USB-2-Kabel (480 Mbit/s) – es lädt zwar voll, bremst die Datenübertragung aber auf ein Zwanzigstel aus. Für schnelle Transfers brauchst du ausdrücklich ein als USB 3.1/3.2 oder Thunderbolt gekennzeichnetes Kabel.

Praktisch verbindest du für schnelle Transfers das iPhone per USB-C-auf-USB-C-Kabel direkt mit einem Mac oder einem USB-3-fähigen Windows-PC und importierst Fotos und Videos über die Fotos-App oder den Explorer. Auch externe SSDs lassen sich an die Pro-Modelle anschließen – etwa um ProRes-Aufnahmen direkt auf den externen Datenträger zu filmen, statt den internen Speicher zu füllen. Genau hier zahlt sich USB 3 richtig aus, weil der Flaschenhals sonst das Kabel wäre.

Für den Alltag der meisten Nutzer, die Fotos ohnehin über iCloud synchronisieren, spielt das keine Rolle. Wer aber regelmäßig große Dateien per Kabel schiebt, sollte das USB-3-Kabel als Pflichtzubehör einplanen.

MFi & Original vs. Nachbau

MFi bedeutet »Made for iPhone/iPad« – ein Zertifizierungsprogramm, mit dem Apple Zubehör-Herstellern bescheinigt, dass ihre Kabel und Adapter Apples technische Vorgaben erfüllen. Ein MFi-Lightning-Kabel enthält einen kleinen Authentifizierungs-Chip, den das iPhone erkennt.

Warum das wichtig ist, merkst du spätestens beim ersten Billigkabel: Nicht zertifizierte Lightning-Nachbauten lösen gern die Meldung »Dieses Zubehör wird möglicherweise nicht unterstützt« aus, laden unzuverlässig oder gar nicht, und im schlimmsten Fall liefern sie unkontrollierte Ladeströme, die den Akku belasten. Die paar Euro Ersparnis beim No-Name-Kabel zahlst du oft mit einem früher schwächelnden Akku.

Bei den neuen USB-C-iPhones hat sich die Lage entspannt: Weil USB-C ein offener Standard ist, lädt grundsätzlich jedes ordentliche USB-C-Kabel dein iPhone 15 oder 16. Trotzdem gilt weiter »Qualität vor Preis« – für die vollen Datenraten und für zuverlässiges Laden lohnt sich zertifiziertes Zubehör (MFi oder USB-IF-konform). Woran du Original von Fälschung unterscheidest, zeigt unser Beitrag Original vs. Fake-Ladekabel im Detail.

Ein weit verbreiteter Irrtum: Nicht jedes teure Kabel ist automatisch gut, und nicht jedes günstige ist Schrott. Entscheidend ist die nachvollziehbare Zertifizierung, nicht der Markenname auf der Verpackung. Seriöse Drittanbieter listen offen, welchen USB-Standard ihr Kabel erfüllt und mit wie viel Watt es umgehen kann. Fehlen diese Angaben komplett, ist Vorsicht geboten – gerade bei Kabeln, die auf Online-Marktplätzen mit übertriebenen Leistungsversprechen und ohne Herstellerangabe verkauft werden.

Daran erkennst du hochwertiges Ladezubehör:

  • MFi-Logo (bei Lightning) oder klare USB-IF-/USB-3-Kennzeichnung auf Verpackung und Stecker
  • Sauber verarbeitete, feste Steckergehäuse ohne Grat und Spaltmaße
  • Angabe der maximalen Leistung und des USB-Standards (z. B. »USB 3.2 Gen 2, bis 10 Gbit/s«)
  • Nachvollziehbarer Hersteller und Garantie – keine anonyme Blisterware
  • Keine unrealistischen Versprechen wie »100 W« an einem hauchdünnen Billigkabel

Adapter & Kabel — was du beim Umstieg brauchst

Wechselst du von einem Lightning- auf ein USB-C-iPhone, funktioniert dein alter Lightning-Kabelpark nicht mehr direkt am neuen Gerät. Panik ist trotzdem unnötig – meist reicht das richtige neue Kabel plus eventuell ein Adapter. So gehst du systematisch vor:

  1. Modell bestimmen: Prüfe zuerst, ob dein iPhone Lightning (bis 14) oder USB-C (ab 15) hat. Das entscheidet alles Weitere.
  2. Ladekabel wählen: Für ein USB-C-iPhone brauchst du ein USB-C-auf-USB-C-Kabel. Für ein Lightning-iPhone ein USB-C-auf-Lightning-Kabel, damit du am modernen USB-C-Netzteil schnellladen kannst.
  3. Netzteil prüfen: Hast du noch ein 20-Watt-USB-C-Netzteil? Perfekt, das passt für beide Welten. Nur der alte 5-Watt-USB-A-Würfel gehört in Rente.
  4. Datenkabel bedenken: Nur wenn du ein Pro-Modell hast und große Dateien per Kabel überträgst, lohnt zusätzlich ein USB-3-Kabel.
  5. Adapter für Altgeräte: Willst du alte Lightning-Kopfhörer oder -Docks weiternutzen, gibt es USB-C-auf-Lightning-Adapter. Umgekehrt hilft ein Lightning-auf-USB-C-Adapter, ein USB-C-Kabel an ein altes iPhone zu bringen.

Praktisch heißt das: Ein gutes USB-C-Netzteil ist die zentrale Investition, die dich durch alle Modellwechsel trägt. Die Kabel sind das günstige Verschleißteil, das du passend zum jeweiligen iPhone dazukaufst. Passende Ersatzkabel und Adapter für beide Welten findest du gebündelt in unserer Ladekabel- & Adapter-Kategorie.

Experten-Tipp: Achte bei sehr hohen Ladeleistungen (ab etwa 60 Watt, relevant für Laptops und Tablets) auf sogenannte E-Marker-Kabel. Sie enthalten einen Chip, der dem Gerät die zulässige Leistung meldet. Fürs iPhone brauchst du das nicht – dort genügt jedes solide USB-C-Kabel –, aber wenn dasselbe Kabel auch dein MacBook laden soll, ist ein E-Marker-Kabel die sichere Wahl.

Kaufberatung in einem Satz: Ein zertifiziertes 20-Watt-USB-C-Netzteil plus das zum Modell passende Kabel deckt 95 % aller Alltagsfälle ab. Alles Weitere (USB-3-Kabel, Adapter) ist Zusatzbedarf für Spezialfälle. Grundsätzliche Tipps zum sicheren Gebrauchtkauf liefert unser Ratgeber zum refurbished Smartphone-Kauf.

Warum der Wechsel? EU & Apple

Apple hat Lightning nicht aus Überzeugung aufgegeben, sondern weil es musste. Hintergrund ist die EU-Richtlinie zum einheitlichen Ladeanschluss (»Common Charger Directive«, Richtlinie 2022/2380). Sie schreibt vor, dass praktisch alle neuen Smartphones, Tablets, Kameras, Kopfhörer und ähnliche Geräte, die in der EU verkauft werden, seit dem 28. Dezember 2024 einen USB-C-Anschluss haben müssen. Für Laptops greift die Pflicht ab April 2026. Die Hintergründe fasst die Europäische Kommission zusammen.

Das Ziel der EU: weniger Elektroschrott und weniger Frust. Wer einen einzigen Ladestandard für alle Geräte nutzt, muss nicht für jedes Gerät ein eigenes Kabel kaufen und wegwerfen. Die EU rechnet mit tausenden Tonnen weniger Elektromüll pro Jahr. Zusätzlich darfst du Geräte in der EU seither auch ohne beigelegtes Netzteil kaufen – praktisch, wenn du ohnehin schon eins hast.

Für dich als Verbraucher ist der Wechsel unterm Strich ein Gewinn: Ein Kabel lädt künftig Handy, Tablet, Kopfhörer und oft auch den Laptop. Der einzige Wermutstropfen ist die Übergangszeit, in der viele Haushalte noch beide Kabeltypen brauchen – genau deshalb lohnt der geordnete Umstieg aus dem vorigen Kapitel.

Für Apple bedeutete der Schritt das Ende eines lange verteidigten Alleinstellungsmerkmals. Lightning war nicht nur ein technischer Standard, sondern auch ein lukratives Lizenzgeschäft: Jeder MFi-Hersteller zahlte für die Zertifizierung. Mit USB-C fällt diese exklusive Kontrolle weg, dafür profitieren Nutzer von größerer Auswahl und niedrigeren Zubehörpreisen. Unterm Strich ist der erzwungene Wechsel damit ein gutes Beispiel dafür, wie Verbraucherschutz und Nachhaltigkeit im Alltag zusammenwirken – auch wenn er dich in der Umstellungsphase ein neues Kabel kostet.

Häufige Fehler

Diese Stolperfallen kosten Zeit, Geld oder Ladetempo – und lassen sich alle leicht vermeiden:

  • Mit 5-Watt-Uraltnetzteil laden und sich über die Schneckengeschwindigkeit wundern. Ein 20-Watt-USB-C-PD-Netzteil halbiert die Ladezeit auf 50 %. Der Stecker im iPhone ist dabei egal.
  • Erwarten, dass das iPhone 15 automatisch schneller Daten überträgt. Das Standard-15 bleibt bei USB-2-Tempo. Nur die Pro-Modelle beherrschen USB 3 – und auch die nur mit dem richtigen Kabel.
  • Das beigelegte Kabel für schnelle Transfers nutzen. Selbst bei den Pro-iPhones ist das mitgelieferte Kabel ein USB-2-Kabel. Für 10 Gbit/s brauchst du ein separat gekennzeichnetes USB-3-Kabel.
  • Billige, nicht zertifizierte Lightning-Kabel kaufen. Sie lösen Fehlermeldungen aus, laden unzuverlässig und können den Akku belasten. Achte auf das MFi-Logo.
  • Beim Gebrauchtkauf den Anschluss übersehen. Wer USB-C erwartet, aber ein iPhone 14 kauft, bekommt Lightning. Immer erst das Modell, dann den Anschluss klären.
  • Einen USB-C-auf-USB-C-Stecker mit Gewalt in eine Lightning-Buchse drücken. Das passt physisch nie und beschädigt nur die Buchse. Im Zweifel Modell prüfen statt drücken.

Wer diese sechs Punkte beherzigt, holt aus jedem iPhone – ob Lightning oder USB-C – das maximale Tempo beim Laden und Übertragen heraus und schützt gleichzeitig den Akku.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

USB-C gibt es ab dem iPhone 15 aus dem Jahr 2023 – das betrifft iPhone 15, 15 Plus, 15 Pro und 15 Pro Max. Auch die gesamte iPhone-16-Reihe nutzt USB-C. Jedes iPhone bis einschließlich iPhone 14 sowie das iPhone SE (2022) hat noch den älteren Lightning-Anschluss.
Lightning ist Apples proprietärer 8-Pin-Anschluss von 2012, der nur in Apple-Geräten steckt. USB-C ist ein offener, herstellerübergreifender Universalstandard, den auch MacBook, iPad, Android-Handys und Laptops nutzen. USB-C kann zusätzlich Videoausgabe und – bei den iPhone-Pro-Modellen – deutlich schnellere Datenübertragung. Die Stecker sind zueinander nicht kompatibel.
Zum Schnellladen brauchst du ein USB-C-Netzteil mit mindestens 20 Watt und Power-Delivery-Unterstützung. Damit lädt jedes iPhone seit dem iPhone 8 laut Apple in rund 30 Minuten auf etwa 50 Prozent. Mehr als etwa 20 bis 27 Watt bringen beim iPhone kaum Vorteile, weil Apple die Ladeleistung zum Schutz des Akkus begrenzt.
Nur bedingt. Das Standard-iPhone 15 und 15 Plus bleiben trotz USB-C bei USB-2-Tempo mit 480 Mbit/s – genau wie Lightning. Erst die Pro-Modelle (iPhone 15 Pro, 15 Pro Max, 16 Pro und 16 Pro Max) beherrschen USB 3 mit bis zu 10 Gbit/s, und das auch nur mit einem passenden USB-3-Kabel.
Das Kabel, das Apple den Pro-Modellen beilegt, ist ein reines USB-2-Kabel und überträgt daher nur 480 Mbit/s. Es lädt das iPhone voll, bremst schnelle Datentransfers aber auf ein Zwanzigstel aus. Für die vollen 10 Gbit/s des iPhone 15 Pro oder 16 Pro brauchst du ein separat als USB 3.1/3.2 oder Thunderbolt gekennzeichnetes Kabel.
MFi steht für »Made for iPhone/iPad« und ist Apples Zertifizierungsprogramm für Zubehör. Ein MFi-Lightning-Kabel enthält einen Chip, den das iPhone erkennt. Nicht zertifizierte Nachbauten lösen oft die Meldung »Zubehör wird möglicherweise nicht unterstützt« aus, laden unzuverlässig oder können den Akku belasten. Bei USB-C-iPhones lädt zwar jedes ordentliche Kabel, für volle Datenraten lohnt aber zertifiziertes Zubehör.
Nein, ein Lightning-Kabel passt physisch nicht in die USB-C-Buchse des iPhone 15 oder neuer. Du brauchst ein USB-C-auf-USB-C-Kabel. Umgekehrt funktioniert dein altes 20-Watt-USB-C-Netzteil weiter – nur das Kabel muss zum jeweiligen Anschluss passen. Für Übergangsfälle gibt es zudem Adapter zwischen USB-C und Lightning.
Nein. E-Marker-Kabel enthalten einen Chip, der hohe Ladeleistungen ab etwa 60 Watt zulässt – relevant für Laptops und Tablets. Fürs iPhone genügt jedes solide USB-C-Kabel, weil Apple die Ladeleistung ohnehin auf rund 20 bis 27 Watt begrenzt. Ein E-Marker-Kabel ist nur sinnvoll, wenn dasselbe Kabel auch dein MacBook mit voller Leistung laden soll.
Auslöser war die EU-Richtlinie zum einheitlichen Ladeanschluss (2022/2380). Sie schreibt seit dem 28. Dezember 2024 USB-C für neue Smartphones, Tablets und viele weitere Geräte in der EU vor, um Elektroschrott zu reduzieren. Apple musste Lightning deshalb aufgeben. Für Verbraucher bedeutet das ein Kabel für fast alle Geräte und günstigeres Zubehör.
Sehr langsam. Ein altes 5-Watt-USB-A-Netzteil braucht etwa 90 Minuten für 50 Prozent Akku, während ein 20-Watt-USB-C-Netzteil dieselben 50 Prozent in rund 30 Minuten schafft. Der Stecker im iPhone spielt dabei keine Rolle – entscheidend ist die Leistung des Netzteils. Der alte 5-Watt-Würfel sollte daher in Rente gehen.
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